Ostern – Bräuche in der Lausitz
Das Osterreiten
Rund 2000 Osterreiter und Saatreiter sind am Sonntag zu Pferd unterwegs. Sie verbreiten die Botschaft von der Auferstehung Christi und erbitten den Segen des Herrn für eine gute Ernte. Die Pferde werden mit Myrte geschmückt und das Festtagszaumzeug angelegt.
Im Gehrock gekleidet, den Zylinder auf dem Kopf singen und beten die Männer an diesem Ostermorgen.
Stattlich und stolz führen Kreuzreiter die Reiterprozessions-Umzüge an.
In Ostritz reiten sie vom Markt zum Kloster St. Marienthal, in den sorbischen Orten nördlich von Bautzen gibt es festgelegte Routen.
So ist es Tradition seit 380 Jahren.
Das Osterreiten ist christlich gelebter Glaube.
Ungefähr 30 Kilometer sind Pferd und Reiter unterwegs und begeistern mit ihrem Gesang die andächtig blickende Menge.
Prozessionen in den sorbischen Orten
Bautzen - Radibor 10.45 Uhr ab / 12.15 Uhr an
Ralbitz - Wittichenau 9.15 Uhr ab / 12.15 Uhr an
Wittichenau - Ralbitz 9.30 Uhr ab / 12.15 Uhr an
Crostwitz - Panschwitz 12.30 Uhr ab / 14.30 Uhr an
Panschwitz - Crostwitz 12.45 Uhr ab / 14.00 Uhr an
Radibor - Storcha 12 Uhr ab / 13.45 Uhr an
Storcha - Radibor 12 Uhr ab / 14Uhr an
Nebelschütz - Ostro 12 Uhr ab / 14 Uhr an
Ostro - Nebelschütz 12 Uhr ab / 14 Uhr an
Prozession an der Neiße
Ostritz/Markt - Kloster St. Marienthal 13 Uhr ab / 14 Uhr an
Heimritte
Radibor-Bautzen 14.30 Uhr ab / 16.30 Uhr an
Wittichenau-Ralbitz 15 Uhr ab / 18 Uhr an
Ralbitz-Wittichenau 15 Uhr ab / 18 Uhr an
Panschwitz-Crostwitz 15.30 Uhr ab / 16.30 Uhr an
Crostwitz-Panschwitz 14.45 Uhr ab / 17.30 Uhr an
Storcha-Radibor 15.30 Uhr ab / 18.00 Uhr an
Rdibor-Storcha 15.30 Uhr ab / 17.30 Uhr an
Ostro-Nebelschütz 15.30 Uhr ab / 17.45 Uhr an
Nebelschütz-Ostro 15.30 Uhr ab / 17 Uhr an
Kloster über Dittersbach-Ostritz/Markt 15.45 Uhr
www.sorbische-ostereier.de
Schon zu früheren Zeiten bemühten sich die Menschen, Dinge aus dem alltäglichen Leben und besonders Dinge mit einer besonderen Rolle aufzuwerten. Dies geschah durch Verzierungen, besondere Materialien oder das Färben mit auffälligen Farben. Das Ei als Symbol der Fruchtbarkeit, der Stärke, des Ursprungs des Lebens und der Wiederauferstehung wurde schon im alten China und Ägypten eingefärbt. Erst seit dem Mittelalter begann man auch hierzulande dem Ei als Zins-Ei und Teil der Jahressteuer eine größere Bedeutung zuzumessen und entwickelte daraus den Brauch des Eierverschenkens. In der Reformationszeit entwickelte sich schließlich der Brauch, dass die Paten ihren Patenkindern zu Ostern gefärbte Eier schenken. Die älteste erhaltene Erwähnung bunter sorbischer Ostereier stammt aus dem Jahr 1717. Dabei wurden jedoch nur farbige Eier erwähnt, die Verzierungen traten erst später auf. Dabei ist es aber nicht nur ein sorbischer Brauch die Eier zu verzieren, sondern man findet ihn in vielen Kulturen, und jede Kultur hat ihre eigene Art entwickelt, dies zu tun. Durch die Verzierungen wird nicht nur der Wert des Eies erhöht, sondern auch die magische Wirkung des Eies durch bestimmte Ornamente verstärkt. Auch bei aller Freiheit in der Gestaltung der sorbischen Ostereier findet man immer wieder eine Rückkehr zu der typischen Symmetrie sowie den magischen Ornamenten wie dem Dreieck oder so genannten Wolfzahn (1) welcher für Kraft und Urwüchsigkeit steht und ein Schutzsymbol darstellt. Der Strich, als Sonnenrad (2) oder Strahlenbündel (3) aneinandergereiht, steht für Wachstum, Wärme und Licht sowie als Zeichen für die Hoffnung auf den wiederkehrenden Sommer. Die Wabe (4) symbolisiert den Bienenfleiß der Menschen, der Punkt oder Kreis (5) stellt einen Bannkreis dar, der Mensch, Tier und Hof vor bösen Dämonen beschützen soll. Die Kombination von einem Kreis der mit nach außen gerichteten Wolfszähnen umrandet ist, stellt somit einen geschützten Hof dar. Weiter ist noch der Kiefernzweig (6) überliefert, welcher für Gesundheit steht, die drei Punkte (7) (oder auch Dreiecke wie Bild 1) welche die Dreifaltigkeit, die Familie oder Himmel, Erde und Hölle symbolisieren und der Stern (8) dessen Symbolkraft mir nicht bekannt ist.
Gründonnerstag, 20. März 2008
6.45 Uhr, Aufstehen und Fernsehen gucken?
In diesem Jahr sollten das alle tun, die dem Osterfest einmal anders begegnen wollen. Sie können teil haben am Klosterleben der Zisterzienserinnen.
Im ARD-Morgenmagazin begleitet Sie Schwester Gabriela vom Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau nahe Kamenz in den Gründonnerstag und gewährt Einblick in das Leben der Zisterzienserinnen.
Alles passiert live, das zuständige Bistum Dresden - Meißen ist zuversichtlich: Schwester Gabriela führt Sie mit Wissen und Herzlichkeit über das Klostergelände, in die Klosterkirche und durch die Arbeits- und Wohnstätten der Ordensfrauen.
Bautzen
10-17 Uhr im Sorbischen Museum Ausstellung „Sorbische und niederschlesische Frühlingsbräuche“
Eibau
9-12 / 13-17 Uhr im Heimatmuseum Beckenberg Osterhasen Ausstellung
Görlitz
13.30–17 Uhr bei der Oldtimer-Parkeisenbahn Osterbasteln
19.30 Uhr in der Kreuzkirche Konzert – Lukaspassion
Karfreitag, 21. März 2008
Löbau
7.45 Uhr Ostsächsische Eisenbahnfreunde fahren mit dem Osterzug über Bautzenund Bischofswerda ins Westerzgebirge
Bautzen
10-18 Uhr im Sorbischen Museum Eier verzieren (an allen Ostertagen)
Eibau
13-18 Uhr Heimatmuseum Beckenberg Osterhasen Ausstellung und Eier malen
Görlitz
17 Uhr in der Krypta der Peterskirche Chormusik zum Karfreitag
Ostritz
15 Uhr in der Klosterkirche Karfreitagsliturgie
Ostersonnabend, 22. März 2008
Bautzen
10-18 Uhr Sorbisches Museum Eier verzieren
18 Uhr Protschenberg Osterblasen
14 und 16 Uhr Burgtheater Kleiner Saal Szenische Lesung „Osterreiten“
Eibau
14-17 Uhr Faktorenhof ist der Osterhase zu Gast, Ostereiersuche
Görlitz
14-17 Uhr Spielzeugmuseum Osterbasteln „Wie kommt der Hase in die Streichholzschachtel?“
Löbau
14 Uhr Osterschießen am Gusseisernen Turm
Neukirch
18 Uhr Georgenbad Osterfeuer
Zittau
18.30 Uhr Mandaupark Ostertanz
Ostersonntag, 23. März 2008
Bautzen
10.45 Osterreiten
10-18 Uhr Sorbisches Museum Ostereier verzieren
Görlitz
13 Uhr Oldtimer-Parkeisenbahn Fahrt zum Osterhasen auf die Osterwiese
14-17 Uhr Spielzeugmuseum Kükensuche
Ostritz
13 Uhr Osterreiten
Markersdorf
14-17 Uhr Dorfmuseum „Ich wollt, Ich wär ein Huhn“
Olbersdorf bei Zittau
18 Uhr Freizeitoase am Olbersdorfer See Osterfeuer
Bautzen
Ab 10 Uhr
auf dem Potschenberg Ostermarkt beim „Eierjokel“
- 11.30 Uhr Chorsingen des Sorbischen National-Ensembles
- Bautzener Theater zeigt „Bautzen-Balladen“
- 12.30 Uhr Startet das „Eierschieben“, es werden wieder über 10.000 Besucher erwartet
Der „Eierjokel“ – in abgewetzten Sachen zog er Ende des 19. Jhd. Von Haus zu Haus und verkaufte frische Eier und Täubchen. Die Hausfrauen schätzten seine Dienste, die Kinder auf der Straße verspotteten den Einsiedler. Die Bautzener hatten ihre Freude am Eierjokel und so wurde er in Gedichten, Bildern und sogar auf einer Postkarte verewigt. Nach seinem Tod 1907 blieb die Figur im Stadtleben erhalten. Ab 1932 tauchte der Eierjokel am Ostersonntag auf dem Bautzener Protschenberg auf: zum Eierschieben.
In den 20er und 30er Jahren rollten statt Eiern Äpfel und Apfelsinen den Berg hinunter. Heute sind es bunte Bälle.
Die Erwachsenen werfen sie den Hang zur Spree hinunter, die Kinder fangen sie unten auf. Ihre Ausbeute können die Kinder dann an einem Stand in Geschenke umtauschen. Die Bälle gibt es zu 50 Cent je Stück.
Ostermontag, 24. März 2008
Görlitz
Ab 9.30 Uhr Tierpark Görlitz
- Auftakt zum Frühlingsfest mit Ostereiersuche und Rassekanichen-Ausstellung
- 11.30 Uhr traditionelles Mistkarren-Rennen
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